Ein Leben in Verantwortung – wie ich anfing Verantwortung anders zu denken

Über die Vorstellung dessen, was Verantwortung ist

Ich habe Verantwortung eine ganze zeitlang als etwas Großes, Gewaltiges gedacht. Ich dachte Verantwortung sei etwas, vor dem ich mich fürchten sollte. Ich mochte lieber nicht verantwortlich sein. Ich verband damit die Gefahr, Fehler zu machen und dafür gerade stehen zu müssen. Und unweigerlich mit dem Begriff Fehler ging für mich Scham und Schuld. Und ich selbst wertete mich für meine Fehler ab.

Bis zu dem Punkt, an dem ich anfing umzudenken

Ich begab mich des öfteren in die Opferrolle, schob Verantwortung von mir, gab sie gern meinem Partner, meinen Schwiegereltern, meinen Eltern, schob sie höheren Zuständen zu. Ich erkannte lange Zeit nicht, dass ich das dann tat, wenn mein inneres Kind sich nicht gesehen fühlte. Wenn es mir selbst nicht gut ging, ich mich nicht um meine Bedürfnisse kümmerte, dann machte ich andere für mein Unwohlsein verantwortlich. Es war einfach bequem, in der Opferrolle. Ich wurde gesehen, ich kam mit andere in Verbindung, die meine Rolle bestätigt sahen, aber all das änderte eins nicht: Meine Unzufriedenheit.

Und all das änderte auch nichts daran, dass ich mir freiwillig aussuchte unzufrieden zu sein, ohne, dass ich genau das erkannte. Nein, andere waren dafür verantwortlich, DIE anderen hatten es in der Hand.

Ich erkannte schlicht nicht, dass ich selbst Verantwortung für mich übernehmen durfte – ja überhaupt kann. Ich erkannte nicht, dass kein Mensch der Welt mir helfen konnte, mein Leid zu lindern außer ich selbst. Ich wusste nicht, dass nur ich allein mich dafür entscheiden kann, aus der Opferrolle hinaus zu gehen und eigenverantwortliche Entscheidungen treffen darf und kann.
In der Opferrolle gab es für mich keinen Weg hinaus aus dem Leid, ich machte mich selbst zum Spielball.

Nun – was änderte sich denn genau mit der Übernahme von Verantwortung für mich selbst?
Ich erkannte und fühlte plötzlich, dass ich gar NICHTS muss. Ich MUSS nicht arbeiten, ich MUSS nicht das tun, worum andere mich bitten, ich MUSS nichts tun, von dem andere erwarten, dass ich es tue. Ich entscheide mich so zu leben, wie ich lebe. Und deshalb WILL ich. ICH hab es in der Hand. ICH bin der Baumeister meines Lebens. ICH übernehme Verantwortung für das, was ich lebe. Es brachte mich weg von dem: Ich würde ja gern anders, aber ich kann gar nicht anders, weil die äußeren Begebenheiten so sind wie sie sind, weil Menschen nicht mitspielen hin zu: Ich ändere die Welt, indem ich mich selbst verändere.
Diese Haltung verändert den Umgang mit mir selbst, sie veränderte auch und ganz maßgeblich meine Ansichten zu „Erziehung“ und „Pädagogik“, meinen Umgang mit meinen Kindern gegenüber und meinen Umgang mit ihnen, ebenso wie mit meinem Partner. Genau darum, soll es hier auf diesem Blog gehen.

 

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