Gedankenspiel: „Meine Tochter nennt mich blöde kacka Mama! Das sollte sie nicht tun!“

Eine wundervolle Einladung

Mir begegnet immer und immer wieder die Aussage (so oder in abgewandelter Form):

„Mein Kind hat mich blöde kacka Mama genannt? Und jetzt, das sollte es nicht tun. Ich bin verletzt.“

Und auch hier mag ich euch heute zu einem Gedankenspiel einladen, dass ich auf Byron Katies „The work“ aufbaue:

1. Ist das wahr?
2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
4. Wer wärst du ohne den Gedanken
5. Wie kannst du den Gedanken umkehren, so dass er für dich wahr wird?

 

1. Ist das wirklich wahr?
Vermutlich ist die erste Reaktion auch hier wieder: JAAAAA natürlich ist das wahr. Ich will nicht beleidigt werden. Aber dann…

 

2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
Mhhh… wenn du dich mal fragst, ob das wirklich, wirklich, wirklich wahr ist, was du da glaubst, hmm… was meinst du? Ist dem wirklich so? Sind wir nicht alle manchmal einfach mies drauf nach einem anstrengenden Tag, sagen wir da nicht alle schon mal blöde Sachen, die uns hinterher leid tun? Sagt dein Kind das wirklich weil es das so meint? Glaubst du das? Dein Kind ist psychisch und physisch vollkommen abhängig von dir. Es ist von deiner Liebe existentiell abhängig (siehe hierzu auch den Artikel zu Macht in Eltern-Kind-Beziehungen) und es liebt dich abgöttisch . Hmmm, und dein Kind zeigt dir mit dieser Reaktion etwas von seinem Innenleben, wie es ihm geht. Vielleicht ist dieser Gedanke mein Kind sollte freundlich zu mir sein und so etwas nicht sagen, doch nicht so ganz wahr.

 

3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
Wer bist du, wenn du glaubst, dass der obige Gedanke wahr ist? Wie geht es dir damit? Vielleicht fühlst du dich herabgewürdigt von deiner Tochter, nicht gesehen, nicht geliebt, nicht wertgeschätzt? Möglicherweise fehlt dir Anerkennung? Vielleicht denkst du, mein Kind liebt mich nicht mehr, ich bin eine sch**** Mama, ich mache alles falsch? Oder du denkst, mein Kind hat null Respekt vor mir, mein Kind beleidigt mich. Und wie ergeht es dir? Fühlst du dich gestresst, unter Druck gesetzt, gekränkt, verletzt, traurig, verzweifelt? Oh ja, bei all diesen Gedanken würde es mir nicht anders ergehen. ❤️.

 

4. Und wer wärst du wenn du diese Gedanken nicht hättest?
Wie würde es dir dann ergehen? Wenn du nicht glauben würdest, dass das wahr ist? Möglicherweise wärst du erleichtert? Du würdest die Leichtigkeit spüren? Du wärst frei? Vielleicht würde da Raum frei werden für den Gedanken:

ICH bin meinem Kind so wichtig, es vertraut mir SO SEHR, dass es sich traut DAS zu mir zu sagen, und MIR zu zeigen, wie ihm geht. Es zeigt mir auch, wenn es ihm gerade ganz und gar nicht gut geht, und sagt diese Dinge zu mir, weil es darauf vertraut, dass ich es trotz allem genau so annehme wie es ist und es genau so liebe wie es ist! Und schließlich ist es existentiell von mit abhängig. Es liebt mich abgöttisch und in der Beziehung zu unserem Kind haben wir die gesamte Macht. Welche Bedeutung hat es da wenn unsere Kimder ihren Gefühlen einmal auf diese Art und Weise Ausdruck verleihen?

Wir müssen nicht glauben, was wir denken. Wir dürfen uns auch dafür entscheiden, dass unsere Gedanken nicht wahr sind.

 

5. Dieser Gedanke lässt sich umkehren:

Von: Mein Kind sollte das nicht zu mir sagen hin zu: Mein Kind sollte das zu mir sagen

  • weil mein Kind mir vertraut
  • weil mein Kind mich SO SEHR liebt, dass sie das zu MIR sagt
  • weil mein Kind 3 Jahre alt ist, noch mini mini mini ist und seine Emotionen noch lange nicht im Griff hat
  • weil mein Kind mir zeigt, dass es ihm nicht gut geht und es mich braucht
  • weil es existentiell von uns abhängig ist und wir uns unsere Bedürfnisse selbst erfüllen können

Und von: Mein Kind sollte freundlich zu mir sein hin zu: Ich sollte freundlich zu meinem Kind sein

  • Ich sollte ihm sagen, dass ich für es da bin, wenn es mich braucht und ihm meinen Arm anbieten
  • ich sollte sehen, dass es meinem Kind gerade nicht gut geht und als Mama / Papa für es da sein
  • ich darf mein Kind so annehmen wie es ist, mit all seinen Gefühlen

Und vielleicht auch zu: Ich sollte freundlich zu mir sein

  • Ich darf mir selbst was Gutes tun
  • Ich darf mich selbst in Arm nehmen und
  • Ich darf mir selbst immer mal wieder sagen, was für ein/e wundervolle/r Mama / Papa ich bin

 

»Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.«

– Wilma Thomalla

 

Weiterführende Literatur zum Thema:

The work von Byron Katie

 

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