Was sind eigentlich Bedürfnisse?

UND:
Warum mir das Wissen um Bedürfnisse hilft, für mein Kind und mich selbst zu sorgen

Ich definiere Bedürfnisse für mich als „das Verlangen oder der Wunsch, einem empfundenen oder tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen“ ( ). Ich glaube, dass wir alle die gleichen Bedürfnisse haben und danach streben, uns diese zu erfüllen. Im Netz wirst du zahlreiche Listen finden, die Bedürfnisse aufzählen. Ich mag hier beispielhaft Bedürfnisse nennen, allerdings heißt das nicht, dass diese Liste vollständig ist:

Selbstverwirklichung
Verbindung
Achtsamkeit
Akzeptanz
Selbstbestimmung
Wertschätzung
Schutz
Selbstwirksamkeit
Geborgenheit
Sicherheit
Struktur
Gesehen werden usw.

Und natürlich auch physiologische Bedürfnisse wie Ruhe Erholung, Hunger, Durst, Sex etc.

Wir sind bestrebt danach uns diese Bedürfnisse zu erfüllen, wie im übrigen meiner Meinung nach jedes Lebewesen, damit wir wachsen können und unsere physische und psychische Gesundheit erhalten. Wir brauchen diese Dinge, zum Leben und Überleben. Jeder Mensch, der keine Aufmerksamkeit von anderen Menschen geschenkt bekäme, würde sterben.

Wir als Eltern haben die Verantwortung für das psychische und physische Wohlergehen unserer Kinder. Wollen wir dieser Verantwortung gerecht werden, hilft es uns massiv uns bewusst zu machen, dass auch unsere Kinder diese Bedürfnisse haben. Sie benötigen Aufmerksamkeit, wollen gesehen werden und brauchen Bindung, um ihre psychische Gesundheit zu erhalten.

Wir sind von Geburt an in der Lage für unsere Bedürfnisse einzustehen und diese zu kommunizieren: So bringt dein kompetentes Kind von Anfang an die Fähigkeit mit durch Schreien darauf aufmerksam zu machen, dass es etwas von dir braucht: Nahrung, Liebe, Zuneigung, Geborgenheit. Wir als Eltern sind dafür verantwortlich unseren Kindern diese Fähigkeit, die sie von Geburt an mitbringen zu erhalten, und sie nicht dadurch zu zerstören, dass wir glauben zu wissen, was gut für unsere Kinder ist und was nicht.

Das Schreien des Kindes, später die Bitten, die dein Kind an dich richtet, das gesamte Verhalten eines Menschen ist immer darauf ausgerichtet, sich Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn du abends müde ins Bett fällst, dann tust du das deshalb um deiner Müdigkeit zu begegnen und dir das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung zu erfüllen. Du wählst hier die Strategie: Dich ins Bett legen und schlafen, um dir dieses Bedürfnis zu erfüllen. Du könntest diesem Bedürfnis erst einmal anders begegnen und beispielsweise einen Kaffee trinken.
Genauso macht dies dein Kind. Dein Kind sucht Strategien, um sich Bedürfnisse zu erfüllen. Du bist mit der gewählten Strategie deines Kindes nicht einverstanden? Dann kommuniziere das, rede mit deinem Kind. DAS ist deine Aufgabe, es zu begleiten. Aber strafe es nicht. NIE. Auf diese Weise wertest du dein Kind für die gewählte Strategie nicht ab, du vermittelst eben NICHT: So wie du bist, bist du nicht in Ordnung. Du bietest deinem Kind Lernchancen ohne Angst, Scham und Schuldgefühlen. Du übernimmst Verantwortung für dein Kind und dich. Und genau das ist wundervoll!

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