Mein konstruktiver Umgang mit Fehlern

ODER: Raus aus der Opferhaltung, rein in die Verantwortung

Das, was jetzt kommt, ist mir ein Herzensanliegen: Du darfst Fehler machen. Fehler sind großartig, du darfst aus ihnen lernen. Du lernst, indem du Fehler machst, und oft macht jeder von uns die selben Fehler mehrfach. Das liegt meiner Meinung nach daran, wie unser Gehirn aufgebaut ist. Es liegt an all dem, was wir bisher gelernt haben und daran, das Verhaltensänderung viel, viel Zeit braucht.

Ich selbst habe lange (und tue das auch immer noch) damit gehadert, wenn ich Fehler gemacht habe (nun an dieser Stelle könnten wir auch erst darüber diskutieren, ob es Fehler überhaupt gibt, ich definiere sie als ein Verhalten, von dem wir hinterher merken, dass wir es nicht unseren Werten gemäß ausgerichtet haben). Ich habe sie ganz sicher nicht als etwas großartiges begriffen, etwas aus dem ich lernen darf und es danach besser machen darf. Und ich bin überzeugt davon, dass dies nicht nur mir so geht, sondern für viele Menschen Wirklichkeit ist.

Dies liegt meiner Meinung nach daran, dass wir in unserer Kindheit für Verhalten gestraft werden, dass der Überzeugung Erwachsener nach nicht gesellschaftskonform war. Sie befolgten damit das Ziel uns so zu formen, dass wir in dieser Gesellschaft zurecht kommen, dass wir mit anderen Menschen zusammen agieren können und ihrer Vorstellung nach sozial werden. Es entspringt der Idee, dass Kinder erst zu etwas werden müssen. In diesem Sinne haben unsere Eltern, Lehrer und andere Erwachsene es richtig machen wollen, sie haben uns geliebt und wollten das Beste für uns. Und dennoch ist das erzwingen eines Verhaltens durch Bestrafung und Verhaltensmanipulation nichts anderes als das Abverlangen von Gehorsam und entspringt der schwarzen Pädagogik.

Wir haben also zutiefst verinnerlicht, dass es ziemlich schlecht ist Fehler zu machen, wir wurden hierfür kritisiert, erhielten schlechte Noten, wurden getadelt, erhielten u.U. Stubenarrest, Fernsehverbot…
Wir haben zutiefst Angst vor Fehlern, malen uns Horrorszenarien aus, was passiert wenn wir Fehler machen und reagieren mit Scham und Schuldgefühlen auf Fehler. Das, was uns seit Kindheitstagen mit auf den Weg gegeben wurde, setzen wir im Erwachsenenalter nun weiter fort. Es findet jetzt eben nur in Form des inneren Kritikers in unseren Gedanken statt. Und genau das ist der Garant für nichts. Sich selbstzerstörerisch zu behandeln, führt zu rein gar nichts. Es bringt weder dir noch demjenigen etwas, der der vermeintlich Leidtragende deines Fehlers geworden ist.

Das, was wir leider oft nicht gelernt haben, ist, dass es großartig ist, für seine Fehler gerade zu stehen, zu sagen: JA, hier habe ich einen Fehler gemacht und ich übernehme die Verantwortung für diesen Fehler. Ich stehe dafür gerade. Das ermöglicht, dass wir uns mit ihm auseinander setzen, dass wir uns fragen, WARUM wir so gehandelt haben, Fehler bringen uns näher zu uns selbst, sind oft die Verbindung zu unserem Schmerz. Ein Leben in der Opferhaltung: Ich konnte ja nicht anders handeln, ich musste ja so handeln, führt nicht dazu, dass wir den Fehler nutzen, um aus ihm zu lernen.

Wir dürfen unsere Schuld und Schamgefühle über Bord schmeißen, Befreiung erfahren. UND wir dürfen unsere Fehler nutzen, um uns selbst besser kennen zu lernen, wir dürfen uns fragen WARUM wir uns so verhalten haben, wie wir es getan haben. Welches Bedürfnis haben wir versucht uns damit zu erfüllen, welches war unerfüllt? Und wie können wir das nächste Mal so für uns sorgen, dass wir uns das Bedürfnis erfüllen können und uns gleichzeitig so verhalten, dass dies mehr unseren Werten entspricht.

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