Mein Weg ins gleichwürdige Leben mit meinen Kindern

Auf meinem Weg in eine gleichwürdige Beziehung mit meinen Kindern sah ich mich mit vielen Fragen konfrontiert: Wie soll ich mir das denn vorstellen? Was ist denn so groß anders, ob ich nun nett bin zu meinem Kind oder tatsächlich in gleicher Würde mit meinem Kind lebe?

Was also macht meine Haltung aus?

1. Verantwortung

Ich trage die Verantwortung – für jede Situation, immer, voll und ganz. Ich treffe die Entscheidungen, ich wäge ab. Mein Kind kann die Situationen nicht überblicken. Und ich strafe es nicht. Jede Form der Strafe ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit und Verantwortungsabgabe meinerseits.

2. Macht

Ich bin mir meiner Macht bewusst. Ich negiere sie nicht, ich weise sie nicht von mir. Ich nehme sie an und ich bin nicht länger bereit meine Macht zu missbrauchen. Das was ich vorlebe, wird mein Kind zutiefst verinnerlichen und glauben. Meine Haltung, meine Einstellung, meine Gedanken sind bedeutsam. Mein Kind ist mit seiner physischen und psychischen Existenz vollkommen von mir abhängig. Dessen bin ich mir bewusst. Das lähmt mich aufgrund seiner Größe nicht. Aber es ist etwas vor dem ich Respekt habe.

3. Vertrauen

Ich vertraue darin, dass mein Kind einen guten Grund hat. IMMER. Wenn mein Kind einen Wunsch äußert, geht es nicht darum, dass ich so freimütig bin und überlege, ob ich meinem Kind das gestatte. Sondern es geht darum, dass ich überlege, ob es Gründe gibt, die ernsthaft dagegen sprechen, Ja zu sagen. Das ist für mich Menschenrecht, das Recht auf Freiheit.
Ich vertraue ebenso mir und meinen Gefühlen. Wenn ich Angst, Verzweiflung, Trauer, Frust etc. empfinde, nehme ich mich ernst. Ich spiele meine Gefühle nicht runter und gehe davon aus, dass auch ich einen guten Grund habe.

4. Gemeinsame Lösungen finden

Aufbauend auf Verantwortung und Vertrauen, finde ich mit meinem Kind gemeinsame Lösungen. Wir „Unden“. Das gilt für mich auch in Konflikten mit großen Menschen: Du bist okay. Ich bin okay. Und wir werden einen Weg finden, der für uns beide gangbar ist. Diese Lösungen sind nicht immer perfekt, manchmal mache ich Abstriche, manchmal mein Partner, manchmal mein Kind. Mitunter merkt einer von uns auf dem Weg, dass es so für ihn doch nicht ganz passt. Und das ist okay. Dann kommen wir wieder ins Gespräch.

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns“ – Rumi

Mein Kind ist nicht Ich. Das ist okay. Es darf so sein wie es ist. Genau so wie auch ich so sein darf, wie ich bin. Mein Kind möchte kooperieren. Und ich bin eingeladen mit ihm im Team zu leben. Ich brauche nicht gegen mein Kind kämpfen. Seitdem ich dieses Fundament für mich verinnerlicht habe und ich begonnen habe mich selbst ernst zu nehmen, gelingt es mir auch mein Kind ernst zu nehmen und in gleicher Würde mit ihm zusammen zu leben.

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